Balkon und Pflanzen

(OMV.BB, 15. Mai 2009)
Soweit nicht die Rechte der Mitmieter oder des Hauseigentümers beeinträchtigt werden, kann ein Mieter den zu seiner Wohnung gehörenden Balkon so nutzen, wie es ihm gefällt. Er darf beispielsweise – so die Rechtsberater des Online-Mietervereins für Brandenburg e.V. - Wäsche auf dem Balkon trocknen, einen unauffälligen Sichtschutz oder ein Rankengitter aufstellen. Grundsätzlich darf der Mieter auch Blumenkästen am Balkon anbringen oder außen auf das Fensterbrett stellen (AG Berlin-Schöneberg, Az. 6 C 550/89).

Die Kästen müssen ordentlich befestigt sein, so dass sie auch bei starkem Wind nicht herunterstürzen. Handelt es sich allerdings um eine Wohnungseigentumsanlage und hat die Eigentümergemeinschaft festgelegt, dass Blumenkästen im Inneren des Balkons anzubringen sind, so ist dies zu beachten - vorausgesetzt, z. B. Sicherheitserwägungen waren dafür maßgeblich. Eventuell herabfallende Blätter müssen die darunter wohnenden Mieter dulden, es sei denn, der Balkonbewuchs ist so umfangreich, das er zu einer erheblichen Belastung wird (LG Berlin, Az. 67 S 127/02).

Will der Mieter auf seiner Terrasse eine Markise anbringen, benötigt er die Zustimmung des Vermieters (LG München, Az. 31 S 19 840/88). Für die Reinigung des Balkons ist der Mieter zuständig. Dazu gehört auch die Säuberung des Abflusssiebes, damit Regenwasser ordnungsgemäß ablaufen kann (LG Berlin, Az. 61 S 379/85).

Sind Teile des Balkons oder der Terrasse reparaturbedürftig, muss sich der Vermieter darum kümmern. Während länger andauernder Reparaturarbeiten darf der Mieter die Miete mindern.


Weitere Informationen und konkrete Rechtsberatung
beim Online-Mieterverein für Brandenburg e.V.
Tel. (033203) 180 180

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